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Archiv der ‘10 Jahre Teneriffa’ Kategorie

6. Januar 09

Heimweh 2

Beitrag von ps in 10 Jahre Teneriffa

im Nachhinein frage ich mich, ob dieser (zugegeben wünderschöne) Urlaub die richtige Therapie für mich war. Seit Mai 2005 bin ich nun in Österreich, das zwar von Geburt her mein Heimatland ist, aber ich meine, daß eine bewußt selbst gewählte Heimat doch wesentlich mehr zählt und so empfinde ich es auch. In Gedanken war ich durch die letzten dreieinhalb Jahre sowieso ständig auf der Insel und nun nach einem 2-wöchigen Urlaub dort fühle ich mich wie hin- und wieder zurückgebeamt (FlyScotty) und total aus der Realität herausgerissen.

Jetzt ist alles wieder ganz frisch, als ob ich nie weggewesen wäre. Wir hatten 14 Tage lang das gewohnte Weihnachts- und Silvesterwetter mit Sonnenschein und Temperaturen knapp über 20 Grad (o.k. es gab auch einen Regentag), wir haben fast alle schönen Plätze auf der Insel besucht, die ich 10 Jahre lang immer wieder aufgesucht habe, und ich habe doch einige Leute wiedergetroffen die ich schon lange kenne und die mir eigentlich das Gefühl vermittelten, als hätten wir uns erst gestern das letzte Mal getroffen. Läuft halt doch irgendwie anders dort … Zeit ist nicht so ein wichtiger Faktor, Lebensgefühl zählt einfach mehr.

Dazu kommen dann noch einige Faktorem, die sich durchaus positiv auf das tägliche Leben auswirken. Eine Wohnung, für die ich hier € 700,- (kalt) berappe, kriege ich auf Teneriffa (also nicht in zentraler Lage) locker für 2/3 gemietet (etwas kleiner schon ab € 350,-), 95er Benzin hält momentan bei 60-63 Cent, meine Lieblingszigaretten (Coronas) kosten € 10,75 die Stange und insgesamt hat man beim Einkauf mehr im Wagen für seine Kohle als hier (das hat sich seit den eurobedingten Preissteigerungen wieder etwas gebessert). Nebenbei habe ich eine Zusage, sofort in meiner Branche einen Job zu kriegen …

Tja und was mach ich nun draus … mal sehen, was das Neue Jahr so bringt.

Fotos: Puerto de la Cruz vom Mirador in La Corujera

8. Dezember 08

Erste Inselweihnacht

Beitrag von ps in 10 Jahre Teneriffa

meine erste Weihnachtszeit auf Teneriffa war so irgendwie ganz anders als ich es gewöhnt war. Schon mal deswegen, weil es ein sehr warmer Winter war und ich meine Eltern beim nach Hause Telefonieren immer mit den aktuellen Temperaturen schockte. Wir hatten tagsüber sommerliches Wetter, relativ wenig Nachtabkühlung und mir, der ich damals noch nicht klimaumgestellt war, erschien es extrem warm (also ganz meines, bin ja sowieso eine ewige Frostbeule). Es gab keinen Regen bis auf ein paar kurze nächtliche Sprühaktionen, die von den Leuten in den Straßen als willkommenen Abwechslung freudig begrüßt wurden.

Weihnachtsstimmung gabs zweifellos, obwohl etwas anders als in Mitteleuropa und auch die Canarios, deren Hauptweihnachtstag der 6. Januar ist, an dem die Heiligen 3 Könige die Geschenke bringen, feiern den Heiligen Abend. Tolle Sache für Kinder, die in Kanarisch-Deutschen Familien aufwachsen, die kriegen 2 Mal Geschenke. weiterlesen »

1. Dezember 08

El Monasterio

ein weiteres meiner Lieblingsrestaurants auf Teneriffa ist das Monasterio. In La Vera, oberhalb von Puerto de la Cruz am Fuße eines Hügels, auf dem eine kleine Kapelle steht. Es handelt sich um eine ehemalige Klosteranlage auf einem ca. 10.000 Quadratmeter großen Grundstück, das zu einem wunderbaren Restaurant oder eher schon zu einer kanarisch bodenständigen Eventlocation mit sehr viel Ambiente umfunktioniert wurde.

Es gibt einen Weinkeller, in dem man sich das Warten auf seinen Tisch mit einem Aperitiv begleitet von eingelegten Oliven verkürzen kann, eine Bar, mehrere geschmackvoll ausgestattete Gasträume, eine Terrasse, die an sonnigen Nachmittagen der Renner ist, einen Innenhof, ein Grillrestaurant, eine weitere Terrasse mit atemberaubendem Blick über das Orotavatal und die alte Klosterkirche, die für größere Feiern gebucht werden kann und in der wir unsere Firmensilvesterfeier 1996 hatten. Nicht zu vergessen die hauseigene Destille und auch die gesamte Aussenanlage mit Ententeich und Kleintiergehegen. weiterlesen »

23. November 08

Pimientos de Padrón

Beitrag von ps in 10 Jahre Teneriffa, Kanarisches

was ich auf den Kanaren immer wieder gerne als Vorspeise bestellt habe (wenns zu kriegen war, weil saisonal bedingt verfügbar) ist eigentlich keine kanarische Spezialität sondern ein typisches Gericht aus Galicia. Die Pimientos de Padrón sind ganz spezielle Paprikaschoten, die in dem galizischen Ort Padrón angebaut werden. In der Größe gleichen sie etwa den Jalapeños. 

Diese Paprikaschoten von saftig grüner Farbe werden in der Pfanne (1,5 - 2 cm Olivenöl) frittiert und nach dem Abtropfen mit grobem Meersalz bestreut serviert. Dazu gibts Weißbrot und manchmal Tränen. Ein typisches Merkmal dieser Paprikasorte ist der von Schote zu Schote unterschiedliche Schärfegrad und so ein Teller Pimientos wird fast immer zu einer Art russischem Roulette (eigentlich galizisches Roulette), da immer ein paar richtig Scharfe dabei sind. Alter spanischer Spruch dazu “unos pican unos no … ” weiterlesen »

17. November 08

Azucar de Cuba

ein weiteres absolutes “must”, wenn man sich in Puerto de la Cruz mal wieder eine Nacht um die Ohren schlägt um sich für den nächsten Tag arbeitsunfähig (oder urlaubsbeschädigt) zu machen, ist das  Azucar de Cuba in der Calle Iriarte 1, also quasi am oberen Ende der Plaza del Charco. 

Für mich wars meistens so die vierte Station, nach Abendessen (z.B. im “Los Gemelos”), danach einen Cortado leche leche + einen 103er an der Bar auf der Plaza el Charco, dann ins Color Café und danach, bevor es weiterging (z.B. ins Ebano) ins Azucar auf eine Margarita oder ein Cuba libre bei wunderbarer kubanischer Musik in absolut authentischer Atmosphäre. Ein Gesamterlebnis für alle Sinne, wie man so sagt, entstanden aus der Idee einer kubanischen Familie, die das unverfälschte feeling ihres Landes präsentieren wollte, was ihnen in dem wunderbaren Ambiente eines alten kanarischen Stadthauses wirklich gelungen ist.

Bloß vorsicht, daß diese Station auf dem Weg durch das Nachtleben von Puerto nicht zur vorzeitigen Endstation wird. Die drinks sind stark, die Musik latino pur, die Stimmung gut und der uralte Holzboden neben der Bar fängt den Abstürzenden freundschaftlich auf. Nebenbei kann man im Azucar auch gut essen und Salsakurse belegen … pues, vamonos al Azucar.