psmola

blog

Archiv der ‘Stammlokale’ Kategorie

28. Februar 09

Bollullo

Beitrag von ps in Kanarisches, Stammlokale

sprich “Buiuiu” … oder eher Bujuju” … oder eher doch “Bojuju” … na egal, klingt komisch, heißt aber so.

Hinter diesem witzigen Namen, dessen Herkunft ich leider nicht kenne, verbirgt sich einer der schönsten Strände an der Nordküste Teneriffas. Etwas abgelegen in El Rincón (rincón = winkel, ecke), einem großen noch sehr unberührten Gebiet des Orotavatales, in dem die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Hier herrscht im Gegensatz zu anderen Gebieten absoluter Baustopp und zwischen den üppigen Bananenplantagen fühlt man sich um Jahrzehnte in der Zeit zurückversetzt.

Das auch, wenn man vom Restaurante San Diego aus die alte und schmale Straße zur Steilküste runterfährt und bei der atemberaubenden Geschwindigkeit von 10 km/h hinter jeder Biegung mit einem entgegenkommenden Auto oder einer Ziegenherde rechnen muß. Dieser befahrbare Ziegenpfad endet dann direkt oberhalb der Bollullo-Bucht am Restaurante Bollullo, das über einen großen (naturbelassenen) Parkplatz und auch eine schöne Sonnenterrasse verfügt. Vom Restaurante aus hat man auch einen grandiosen Ausblick auf den Atlantik und die Beamten der Policia Local, die dort ihren Nachmittagskaffee nehmen.

Zum Strand gehts dann über einen schmalen Pfad so geschätzte 50 Höhenmeter runter oder oben an der Kante der Steilküste weiter zu den östlich gelegenen Stränden Playa del Pozo, Playa de los Patos und Playa del Ancón.

Wir waren nach einem Spaziergang duch La Orotava am späteren Nachmittag dort, ärgerten uns ein wenig darüber daß man in keine Bananenplantage reinkann (nicht um zu klauen, bloß um zu fotografieren), denn alles ist ummauert, eingezäunt und mit Plastikplanen verspannt  und sind dann nach längeren Steilküstenspaziergang (also so ca. 300 Fotos später) im Restaurante Bollullo eingekehrt. Die Gambas al Ajillo kann ich nur wärmstens empfehlen, sollte man aber nur genießen, wenn man am nächsten Tag keinerlei Geschäftstermine hat und nicht plant, abends irgendwelche zwischenmenschlichen Beziehungen einzuleiten.

Im Restaurante San Diego, das oberhalb an der Straße liegt (es fährt auch ein öffentlicher Bus bis dahin - Linie 376 der TITSA) und das früher schon zu meinen Stammlokalen zählte, waren wir schon mal in der Woche davor zum Abendessen. Dort sollte man sich an Fleisch oder Fisch vom Grill halten und davor nicht auf die Salsas Allioli und Aguacate mit frischaufgebackenem Weißbrot vergessen wozu ein Teller Pimientos de Padrón perfekt passt. Angeregt von diesen kann man dann in den schönen Vino de la Casa weinen und sollte nach dem Hauptgang auch nicht auf den Barraquito oder Zaperoco vergessen.

Der “Winkel” ist jedenfalls immer einen Ausflug wert und kann auch zu Fuß von La Paz aus (am Ende der Calle de Aceviños) nach einer nicht zu anstregenden Wanderung durch die Plantagen erreicht werden (Gehzeit ca. 1h).

6. Februar 09

Kanarische Jause

Beitrag von ps in Kanarisches, Stammlokale

als wir am 20.12.08 nach Teneriffa flogen hatte ich ja einiges auf dem Zettel für die mickrigen 2 Wochen und dachte mir eigentlich schon, daß das alles nur unter der Aufbietung aller Kräfte und mit gnadenlosem Einsatz zu bewältigen sein würde … aber Urlaub ist nun mal kein bootcamp und sollte auch nicht in ein Kommandounternehmen a lá US Marines  oder Navy Seals ausarten sondern doch etwas entspannter abgehen.

Alleine die Liste der zu besuchenden und leerzufressenden Lokale hätten wir nur durch die Einnahme von mindestens 4 täglichen Mahlzeiten konsequent abarbeiten können.  Wie unsere drahtigen sportgestählten Körper danach ausgesehen hätten, kann man sich sicher lebhaft vorstellen.

Ich hab das dann auch bald eingesehen. Wir kamen ohnehin nie so richtig vor Mittag in die Puschen, obwohl ich, der ich doch eigentlich der Langschläfer der Truppe bin, immer erstaunlich früh abmarschbereit war. Kein Wunder, lag mein Apartement doch in unmittelbarer Nachbarschaft der Wäscherei der Ferienanlage, in der morgens um 8 Arbeits- und somit Krawallbeginn war. Aber was solls, da nimmt man dann noch einen Kaff und geht noch mal ein wenig online bis die Reisegruppe gefechtsbereit ist.

Um auf das kalorische zurückzukommen … am wichtigsten war mir fast der Besuch in einem meiner liebsten Stammlokale, der Casa Fidel in Masca. Den schönen Ausflug in das Bergdorf im Tenogebirge hatte ich seinerzeit, in meiner Funktion als Reiseleiter, durch ein halbes Jahr fast täglich absolviert, aber denn doch nie satt gekriegt. Auch danach bin ich so mindestens alle 2 Monate mal nach Masca gefahren, um dort  in der malerischen Landschaft ein paar Stündchen mit der Seele zu baumeln und natürlich um bei Fidel einzukehren.

Man könnte diesen Gastronomiebetrieb als kanarische Gaststätte für Puristen bezeichnen (und das meine ich duchaus liebevoll). Gelegen im unteren Bereich des Dorfes, auf dem Weg zum Mascafelsen, sozusagen am Hang klebend, was dem 3-seitig verglasten Gastraum eine wunderbare Aussicht beschert, immer etwas zugig wegen der Schiebefenster, mit rustikal kanarischer Speisekarte (immerhin, früher gabs die nur mündlich) und betrieben von einer sehr netten und herzlichen Familie die ich nun schon seit etlichen Jahren kenne.

Es war dann trotz einer Pause von 4 Jahren wieder so als wäre ich erst vor Kurzen hier gewesen. Man wird erkannt, erkundigt sich gegenseitig wie es denn so geht und bestellt seine Mascajause. Standardbestellung: Jamón Serrano, Queso Blanco (von der Ziege), Oliven und Mascawein (trockener roséfarbener Landwein). Eventuell gibts hinterher, nach dem 2. halben Liter Wein noch eine Tarta Santiago (Mandeltorte), die aber diesmal leider nicht im Original vorrätig war.

Dieses einfache aber schmackhafte Mahl geniesst man mit dem Blick auf die atemberaubende Kulisse des Barrancos de Masca, Palmen (die vom letzten Brand ziemlich geschwärzt sind und dadurch etwas kontrastreicher wirken) und üppige Orangenbäume. Für mich jedenfalls immer wieder ein absoluter Pflichtbesuch, den ich jedem Teneriffaurlauber auch empfehlen möchte.

1. Dezember 08

El Monasterio

ein weiteres meiner Lieblingsrestaurants auf Teneriffa ist das Monasterio. In La Vera, oberhalb von Puerto de la Cruz am Fuße eines Hügels, auf dem eine kleine Kapelle steht. Es handelt sich um eine ehemalige Klosteranlage auf einem ca. 10.000 Quadratmeter großen Grundstück, das zu einem wunderbaren Restaurant oder eher schon zu einer kanarisch bodenständigen Eventlocation mit sehr viel Ambiente umfunktioniert wurde.

Es gibt einen Weinkeller, in dem man sich das Warten auf seinen Tisch mit einem Aperitiv begleitet von eingelegten Oliven verkürzen kann, eine Bar, mehrere geschmackvoll ausgestattete Gasträume, eine Terrasse, die an sonnigen Nachmittagen der Renner ist, einen Innenhof, ein Grillrestaurant, eine weitere Terrasse mit atemberaubendem Blick über das Orotavatal und die alte Klosterkirche, die für größere Feiern gebucht werden kann und in der wir unsere Firmensilvesterfeier 1996 hatten. Nicht zu vergessen die hauseigene Destille und auch die gesamte Aussenanlage mit Ententeich und Kleintiergehegen. weiterlesen »

17. November 08

Azucar de Cuba

ein weiteres absolutes “must”, wenn man sich in Puerto de la Cruz mal wieder eine Nacht um die Ohren schlägt um sich für den nächsten Tag arbeitsunfähig (oder urlaubsbeschädigt) zu machen, ist das  Azucar de Cuba in der Calle Iriarte 1, also quasi am oberen Ende der Plaza del Charco. 

Für mich wars meistens so die vierte Station, nach Abendessen (z.B. im “Los Gemelos”), danach einen Cortado leche leche + einen 103er an der Bar auf der Plaza el Charco, dann ins Color Café und danach, bevor es weiterging (z.B. ins Ebano) ins Azucar auf eine Margarita oder ein Cuba libre bei wunderbarer kubanischer Musik in absolut authentischer Atmosphäre. Ein Gesamterlebnis für alle Sinne, wie man so sagt, entstanden aus der Idee einer kubanischen Familie, die das unverfälschte feeling ihres Landes präsentieren wollte, was ihnen in dem wunderbaren Ambiente eines alten kanarischen Stadthauses wirklich gelungen ist.

Bloß vorsicht, daß diese Station auf dem Weg durch das Nachtleben von Puerto nicht zur vorzeitigen Endstation wird. Die drinks sind stark, die Musik latino pur, die Stimmung gut und der uralte Holzboden neben der Bar fängt den Abstürzenden freundschaftlich auf. Nebenbei kann man im Azucar auch gut essen und Salsakurse belegen … pues, vamonos al Azucar.

18. September 08

La Bodeguita de Enfrente

Beitrag von ps in Kanarisches, Stammlokale

ein unbestrittenes ”must”, wenn man den Norden Teneriffas bereist, ist ein Besuch meines absoluten Lieblingslokales, der Bodeguita de Enfrente in Cuesta de la Villa (nahe Santa Ursula). Leicht zu finden, direkt an der Carretera Provincial Cuesta de la Villa Nr. 130, Abfahrt 31 von der Autopista del Norte (TF-5). Von der Autobahn kommend nach rechts die Landstraße lang.

Eine ganz wunderbare kanarische Tasca, die von einer sehr sympathischen und liebenswürdigen Familie betrieben wird und mit ihrem rustikalen Charme sowie dem sehr guten bodenständigen Essen überzeugt. Ich habe das Lokal erst relativ spät entdeckt, als ich nach meinem einjährigen Aufenthalt auf Gran Canaria nach Teneriffa zurückkehrte und eine Mietwohnung in La Quinta (Santa Ursula) bezog. Irgendwie litt ich damals unter akutem Heurigenentzug und war auf der Suche nach was Adäquatem als ich auf das “Enfrente” stieß. weiterlesen »